Christian sagt von sich selbst, dass er Strukturen mag. Im Gespräch merkt man schnell, dass das etwas untertrieben ist. Bei einem neuen Projekt beschäftigt ihn früh, wie dokumentiert wird, wie Informationen fliessen und in welchem Rhythmus der Terminplan geführt wird.
«Manche Sachen brauchen einfach eine sture Struktur. Aber jedes Projekt braucht seine eigene.»
Auf grossen und komplexen Projekten hat Christian gelernt, gut vorbereitet und konsequent zu sein. Mindestens genauso wichtig sind ihm aber die Menschen.
«Mein Gegenüber muss wissen, wie ich reagiere.»
An der Bauleitung gefällt ihm, dass Menschen zusammenkommen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Ob eine Baustelle gut läuft, zeigt sich für ihn deshalb nicht nur am Terminplan.
«Wenn die Unternehmer mit Lösungen zu ihren Problemen kommen und anfangen, mit- und füreinander zu denken, dann läuft es gut.»
Ein Rezept dafür hat er nicht. Ein paar Grundsätze schon: Berechenbar bleiben ist einer davon. Die Leute sollen wissen, woran sie bei ihm sind und jederzeit mit einem Problem zu ihm kommen können. Gleichzeitig zieht Christian klare Grenzen. Das habe er als junger Bauleiter lernen müssen. Heute weiss er: Erst müssen Klarheit und Vertrauen entstehen, danach darf es wieder lockerer werden. Und was zugesagt wird, gilt.
Christian ist Schreinermeister, war auf Unternehmerseite tätig und wechselte später in die Bau- und Projektleitung. Das Handwerk ist geblieben, genauso wie ein gewisser Perfektionismus.
«Ich will meine 100 Prozent geben und die Sache so optimal wie möglich machen.»
Trotz seiner Erfahrung in der Projektleitung zieht es ihn auf die Baustelle. Dort ist er unter Menschen. Genau das mag er. «Mit meinen Arbeitskollegen verbringe ich mehr Zeit als mit meiner Familie.»
Christian schiesst Bogen. Ohne Visier. Wer jetzt an Spannen, Zielen und Loslassen denkt, ist allerdings schon ein paar Schritte zu weit. Haltung, Stand, Atmung, Entfernung und das Gefühl für den Bogen müssen zusammenspielen. Vieles entsteht durch Wiederholung und Muskelgedächtnis. Erst dann kommt der Moment, in dem man loslässt. Christian mag genau diesen Prozess: üben, wiederholen, besser werden. «Übung macht den Meister», sagt er, wobei man wohl nie ganz Meister werde.
Natürlich baut der gelernte Schreiner seine Bögen teilweise selbst. Christian lacht, als ihm auffällt, dass er wieder beim gleichen Thema angekommen ist: «Es ist immer Struktur bei mir.»
«Ich bin ein totaler Chaot. Ich bin froh, habe ich eine Partnerin und einen Sohn.»
Ganz so eindeutig ist die Sache allerdings nicht. Christian bezeichnet sich selbst als «totalen Nerd», wenn es um Normen und Baurecht geht. SIA-Normen gehören durchaus zur freiwilligen Ferienlektüre. In seiner Hobbywerkstatt tüftelt er an 3D-Produktdesigns.
Und wer irgendwann seine gut sortierte Hot-Wheels-Sammlung entdeckt, darf selbst entscheiden, wie viel Chaos bei Christian wirklich Chaos ist.
Schön, bist du bei uns, Christian. Wir freuen uns auf deine Freude am Bauen, deinen Blick für die Menschen und natürlich auf ganz viel Struktur.




