09.07.2026

Wie präzise ist KI heute im Bauwesen?

«Erst hochwertige Daten, dann kommt die KI»

Wie präzise ist KI heute im Bauwesen? Simona Comitale ist dieser Frage in ihrer Masterarbeit nachgegangen.

 

Herzliche Gratulation zur erfolgreichen Masterarbeit, Simona!

Mit ihrer Arbeit «Optimierung der Modellauswertung durch Integration einer KI-gestützten Applikation» schloss sie den MAS Digitales Bauen an der FHNW erfolgreich ab. Die Idee entstand aus ihrem Arbeitsalltag als digitale Projektmanagerin, wo sie sich regelmässig mit der Auswertung digitaler Modelle beschäftigt.

 

Erzähl uns mehr über deine Masterarbeit.

«Ich habe untersucht, wie digitale Modelle mithilfe von KI effizienter ausgewertet werden können. Den Fokus legte ich auf Flächenberechnungen, die in der Praxis häufig zeitaufwendig sind. Zudem habe ich geprüft, wie sich Pläne mit Software oder KI-gestützten Anwendungen in 3D-Modelle überführen lassen. Ziel war es, die Ausmassauswertung bei Architekturwettbewerben zu vereinfachen und den Bearbeitungsaufwand zu verringern. 

 

Und du wolltest herausfinden, ob KI dabei unterstützen kann?

«Genau. Mich interessierte, wie gross das Potenzial bereits heute ist und wo die Grenzen liegen.»

 

Wie bist du vorgegangen?

«Ich habe drei verschiedene Workflows verglichen: zwei softwarebasierte Ansätze mit unterschiedlichem Automatisierungsgrad sowie die klassische manuelle Bearbeitung. Als Referenz diente mir die Vorarbeit von Gabriela Wallner, deren Modellqualität ich als Quality Gate verwendet habe.»

 

Was war dein Fazit?

«Ein überraschender Befund war, dass die getesteten Anwendungen gar keine echte KI enthielten, das hat mich dazu gebracht, die Fragestellung im Verlauf der Arbeit anzupassen. Trotzdem konnte die softwarebasierte Lösungen den Prozess spürbar beschleunigen. Gleichzeitig zeigte sich ein Trade-off: Je höher die gewünschte Genauigkeit, desto mehr manueller Aufwand war nötig. Am zuverlässigsten waren am Ende eigene erstellte Modelle, die brauchten zwar mehr Zeit, lieferten aber die präzisesten Ergebnisse. Für hochwertige Auswertungen sind deshalb weiterhin Fachwissen und eine sorgfältige Kontrolle entscheidend.»

 

Hat sich dadurch etwas in deiner täglichen Arbeit verändert?

«Die Arbeit hat mich vor allem darin bestärkt, auf qualitativ hochwertige 3D-Modelle zu setzen. Aus einem gut aufgebauten Modell lassen sich viele Informationen direkt und nachvollziehbar auslesen. Das schafft die Grundlage für effiziente digitale Prozesse und zukünftige KI-Anwendungen.»

 

Und wie siehst du die Zukunft der Architektur mit KI?

«KI ist da und sie wird bleiben. Für mich ist sie ein weiterer Entwicklungsschritt, ähnlich wie der Wechsel vom Handzeichnen zu CAD oder von 2D zu 3D. Die Technologie entwickelt sich rasant. Umso wichtiger ist es, sie auszuprobieren, ihre Möglichkeiten zu verstehen und zu lernen, wie wir sie sinnvoll in unsere Prozesse integrieren können.»

 

Danke Simona, für die spannenden Impulse. Ihre Arbeit zeigt, wie wichtig es ist, neue Technologien nicht nur zu diskutieren, sondern sie konkret zu testen und ihren Nutzen für die Praxis zu verstehen.

 

 

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