08.04.2026

Kosten planen statt rechnen

Wenn es um Bauökonomie geht, sind Gabriela Wallner und Nele Zirkler die richtigen Ansprechpersonen. Im Gespräch mit ihnen stand ein Tool im Fokus, das ihren Arbeitsalltag prägt und die Kollaboration in den RPG‑Projekten nachhaltig beeinflusst.

Der Optionenworkshop

«Wir rechnen nicht Kosten. Wir planen sie. Und das tun wir gemeinsam.»

Dieser Leitsatz beschreibt, wie wir in der Bauökonomie arbeiten. Eine unserer wichtigsten Arbeitsmethoden dafür ist der Optionenworkshop. Er zeigt, wie wir im Team zu klaren, nachvollziehbaren und gut abgestützten Entscheidungen kommen.

 

Woher die Optionen kommen

Der Optionenworkshop ist ein aktiver Prozess, welcher parallel zur Planentwicklung verfolgt wird. Wir gehen bewusst auf die Planenden zu, holen die aktuellen Fragen aus der Planung und der Architektur ab und klären gemeinsam, welche Themen für die Kostenplanung relevant sind.

Manchmal geht es um grundsätzliche Überlegungen. Oft sind es sehr konkrete Fragen, zum Beispiel ob eine Nasszelle genügt oder ob zwei notwendig sind. Aus diesen Fragestellungen entwickelt das gesamte Planerteam mit Fokus auf die Kosten Varianten und Optionen.

 

Vorbereitung: das gemeinsame Fundament

Die Optionen werden offen und pragmatisch ausgearbeitet, ohne grosse Umplanungen und mit Blick auf die Zielkosten. Wir sammeln alle Inputs, bereiten sie auf und rechnen sie durch. Diese Sammlung ist das eigentliche Material, das wir später gemeinsam anschauen. Erst wenn dieses Bild steht, ist es Zeit für den Workshop.

 

Der Workshop

Der Workshop findet physisch bei uns im Büro statt. Das Fadenkreuz an der Wand ist unser Arbeitsinstrument. Jede Planungsdisziplin bringt seine vorbereiteten Optionen mit und platziert sie auf dem Kreuz. Kurz wird erklärt, was die jeweilige Option bedeutet und welche Wirkung sie auf Kosten und Qualität hätte.

In diesem Moment geht es nicht darum, Entscheidungen zu treffen. Es geht darum, dass alle dieselbe Sicht auf die möglichen Wege bekommen.

 

Entscheidungen im richtigen Moment

Sobald alles sichtbar ist, entsteht ein klares Gesamtbild. Erst dann beginnt die gemeinsame Diskussion. Manche Massnahmen sind sofort nachvollziehbar und können direkt weiterverfolgt werden. Andere benötigen zusätzliche Abklärungen oder etwas Zeit.

Am Ende steht ein gemeinsamer Entscheid, der für alle verständlich und gut begründet ist. Die Ergebnisse halten wir fest und übertragen sie digital.

 

Warum diese Methode wirkt

Der Optionenworkshop schafft Klarheit, weil Varianten interdisziplinär erarbeitet, gemeinsam beurteilt und transparent gegenübergestellt werden. Er verbindet, weil Fachplanende, Architektur und Bauherrschaft aktiv am selben Bild arbeiten und ihre Perspektiven einbringen.

Er gibt Struktur, weil der Prozess geführt ist und Entscheidungen nicht isoliert, sondern im gemeinsamen Verständnis der Auswirkungen getroffen werden.

 

Bewährte Methode in aktiven Projekten

Wir wenden die Methode in Neubau- oder Sanierungsprojekten unterschiedlicher Grösse (5 - 70 Mio.) und Nutzung (Wohnen, Gewerbe, Sanierungen) an und erzielen damit beachtliche Ergebnisse. Unabhängig von Grösse oder Komplexität ermöglicht der Optionenworkshop, Varianten interdisziplinär zu prüfen, die Bauherrschaft aktiv einzubinden und Entscheidungen frühzeitig gemeinsam abzusichern.

 

Blick nach vorn

Für uns ist klar: Der Optionenworkshop gehört in jedes Projekt. Wir setzen ihn heute gezielt in den Phasen Machbarkeit, Vorprojekt, Bauprojekt ein, weil er dort Transparenz schafft und Entscheidungen absichert. Seine volle Wirkung entfaltet er jedoch überall dort, wo zentrale Weichen gestellt werden. Je früher wir gemeinsam ansetzen, desto tragfähiger werden die Resultate.

Waren Sie schon einmal bei einem unserer Workshops dabei? Wir freuen uns über Rückmeldungen und Erfahrungen.

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